Manfred Winterheller über Arbeit statt Führung

Veröffentlicht Dezember 12, 2012 | Update 12. Dezember 2012

Podcasts zur Veranstaltung: Produktivität, Begeisterung und Erfolg durch neue Führung

Transkript zu Führung im Beruf
Transkript zu Führung in der Familie
  • Liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer,

    Führung im Unternehmen wird häufig mit der Erstellung von Zeitplänen, der Genehmigung oder Ablehnung von Urlaubsansuchen und der Überwachung von Mitarbeitern gleichgesetzt. Aber Führung ist sehr viel mehr und kann auch sehr viel mehr.

    Führung hat immer mit Menschen zu tun; je direkter desto besser. Solange man sich mit Problemen befasst führt man nicht. Führung beginnt dann, wenn man damit beginnt, sich um die beteiligten Menschen zu kümmern. Ich möchte das an einem Beispiel erläutern. Ein Manager bekommt von einem seiner Mitarbeiter einen Vorschlag über die Erledigung eines bestimmten Projektes. Er liest die paar Seiten durch und ist nicht zufrieden. Die Arbeit wirkt nicht durchdacht sondern halbherzig und ein bisschen so nebenbei erledigt. Er ärgert sich darüber und beginnt die Sache zu korrigieren. Es geht ihm flott von der Hand und nach einer Stunde konzentrierter Arbeit hat er ein Papier in der Hand, mit dem er zufrieden ist. Er gibt es dem Mitarbeiter überarbeitet zurück und widmet sich der Arbeit, die dazwischen liegen geblieben ist. Die Stunde hängt er abends dran. Er ist mit dem Tag zufrieden, abgesehen davon, dass er wieder einmal zu spät nach Hause kommt um seine Kinder noch vor dem Einschlafen zu sehen. Aber das sind er, seine Frau und auch die Kinder ohnedies gewohnt.

    Das war definitiv ein gutes Stück Arbeit, das er da geleistet hat, aber keine Führung. Er hat sich um das Problem gekümmert statt um den Mitarbeiter. Und die Folgen dieses Fehlers wird er noch lange spüren. Denn der Mitarbeiter hat zwei sehr unglückliche Lernerfahrungen gemacht:

    • Zum einen hat er gelernt, dass er es nicht so gut kann wie sein Chef. Das ist nicht sehr angenehm, es drückt auf sein Selbstbewusstsein. Das nächste Mal wird er dadurch mit Sicherheit kein besseres Konzept abliefern.
    • Andererseits ist ihm schnell klar, dass er eine wunderbare Sache entdeckt hat. Er braucht gar keine perfekte Arbeit liefern, er braucht sich gar nicht anstrengen, er hat ohnedies jemanden, der sein Arbeit macht: seinen Chef!

    Das Ergebnis läuft somit darauf hinaus, dass der Mitarbeiter demotiviert ist und der Chef mehr arbeiten darf. Führung hätte darin bestanden, dem Mitarbeiter zu erklären warum man unzufrieden ist und ihm die Arbeit zurückzugeben, ohne sie schon zuvor zu verbessern. Er lernt dadurch ohne viel Tamtam, dass es sein Projekt bleibt und er es nicht einfach an den Chef zurückdelegieren kann.

    Wie das genau geht, das besprechen wir am 23.03.2013 in Salzburg.

  • Liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer,

    Führung in der Familie wird häufig mit der Finanzierung des Lebensunterhalts, der Erstellung von Urlaubsplänen, der Genehmigung oder Ablehnung von Kinderbedürfnissen und der Überwachung der Kinder gleichgesetzt. Praktisch läuft das dann meistens auf „Nein, Du kannst kein neues Mountainbike haben“ und „Komm nicht zu spät nach Hause“ hinaus. Aber Führung ist sehr viel mehr und kann auch sehr viel mehr.

    Führung hat immer mit Menschen zu tun; je direkter desto besser. Solange man sich mit Problemen befasst führt man nicht. Führung beginnt dann, wenn man damit beginnt, sich um die beteiligten Menschen zu kümmern. Ich möchte das an einem Beispiel erläutern.

    Ein Vater bittet seine halbwüchsigen Kinder an einem Samstag, den Rasen zu mähen während er einige Besorgungen macht. Wie er wieder nach Hause kommt ist er nicht zufrieden. Die Sache ist halbherzog und nur so nebenbei erledigt. Überall stehen noch Grasbüschel hoch und an den Rändern, dort wo man ein bisschen mit dem Rasenmäher improvisieren muss, dort sieht es echt schlampig aus. Der Nachwuchs ist bei Freunden und nicht zu sehen. Er ärgert sich darüber und beginnt die Sache mit dem Grasschneider zu korrigieren. Es geht ihm flott von der Hand und nach einer Stunde konzentrierter Arbeit ist er mit dem Ergebnis zufrieden.
    Abends kommen die Kinder nach Hause und er sagt ihnen gehörig die Meinung. Das Buch das er eigentlich im Garten lesen wollte, verschiebt er auf das nächste Wochenende. Er ist mit dem Tag zufrieden, abgesehen davon, dass die häusliche Stimmung am Boden ist und er eben wieder einmal keine Zeit für sich selbst hatte. Aber das sind er, seine Frau und auch die Kinder ohnedies gewohnt.
    Das war definitiv ein gutes Stück Gartenarbeit, das er da geleistet hat, aber keine Führung. Er hat sich um das Problem gekümmert statt um seine Kinder. Und die Folgen dieses Fehlers wird er noch lange spüren. Denn die Kinder haben zwei sehr unglückliche Lernerfahrungen gemacht:

    • Zum einen haben sie gelernt, dass sie nicht wichtig sind und auch ihr Beitrag zum Team Familie belanglos ist. Alles was passiert sind Vorwürfe und Beschimpfungen. („Das ist wieder einmal typisch für Euch. Man kann sich auf Euch nicht verlassen“ etc). Das ist nicht sehr angenehm, es drückt auf das Selbstbewusstsein. Das nächste Mal werden sie dadurch mit Sicherheit kein besseres Ergebnis abliefern.
    • Andererseits wird ihnen schnell klar, dass sie eine wunderbare Sache entdeckt haben. Sie brauchen gar keine perfekte Arbeit liefern, sie brauchen sich gar nicht anstrengen, sie haben ohnedies jemanden, der ihre Arbeit macht: ihre Eltern!

    Das Ergebnis läuft somit darauf hinaus, dass die Kinder demotiviert sind und die Eltern mehr arbeiten dürfen. Führung hätte darin bestanden, den Kindern zu erklären warum man unzufrieden ist und ihnen die Arbeit zurückzugeben, bis sie korrekt erledigt ist. Sie lernen dadurch ohne viel Tamtam, dass es ihre Arbeit bleibt und sie nicht einfach an die Eltern zurückdelegieren können.

    Wie das genau geht, das besprechen wir am 23.03.2013 in Salzburg.

Lesen Sie mehr darüber in der  Seminarbeschreibung


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