Die Bedeutung unseres alltäglichen Tuns

Veröffentlicht Januar 14, 2020 | Update 14. Januar 2020


Transkript

Der Schmetterlingseffekt in der Physik besagt, dass so etwas Zartes wie der Schlag eines Schmetterlingsflügels irgendwo auf der Welt einen Tornado auslösen könne. Diese Idee hat mich schon tief bewegt, lange bevor ich sie zum ersten Mal hörte. Als Kind wusste ich mit völliger Sicherheit, dass alle Ereignisse intensiv miteinander verwoben sind und dass es unmöglich ist, an einem Ort und zu einer bestimmten Zeit etwas zu tun, ohne damit an einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit etwas zu bewirken.

Ich erinnere mich, dass ich viele Jahre lang bei Spaziergängen im Wald ein Stück Holz aufhob und es minimal verändert zurücklegte. Meinem kindlichen Gemüt erschien das wie eine heilige Handlung. Ich veränderte durch diese minimale Aktion das Gefüge der Welt. Sie würde nie mehr so sein wie zuvor.

Heute, viele Jahre später, bewegt mich derselbe Gedanke immer noch. Statt ihn als naive kindliche Vorstellung langsam zu vergessen, trachte ich danach, die ursprüngliche kindliche Überzeugung nicht nur wiederzugewinnen, sondern sie im Gegenteil durch ein vertieftes Verständnis noch zu übertreffen. Als Kind fühlte ich mich bis auf das von den Erwachsenen unbeachtete Verschieben eines Hölzchens weitergehend machtlos. Heute dagegen erkenne ich die enorme Macht, die uns der Schmetterlingseffekt in die Hände gibt.

Wir können durch eine einzelne, für sich genommen scheinbar belanglose Liebenswürdigkeit in das Räderwerk des Lebens eingreifen. Wir sind den Entscheidungen der scheinbar Mächtigen nicht hilflos ausgeliefert. Wie im Geheimen tätige Guerillia-Kämpfer können wir schon durch minimale Liebenswürdigkeit die Entwicklung unserer Welt in eine bessere Richtung lenken. Jeden Tag haben wir unzählige Gelegenheiten dazu. Jeder von uns spürt solche Impulse. Eine betagte Dame sucht an der Supermarktkasse in ihrer Geldbörse mühsam die noch fehlenden Centstückchen zur Bezahlung ihrer Rechnung. Statt wie alle Anderen auf die Uhr zu schauen und den scheinbaren Zeitverlust zu kritisieren, können wir die gesamte Rechnung übernehmen oder zumindest das, was noch fehlt.

Nicht mit dem Gefühl, damit hier endlich was weitergeht, sondern damit die alte Dame spürt, dass es auch heute noch so etwas wie Liebenswürdigkeit und Wärme in unserer Kultur gibt. Wir können einem Touristen, der gerade mit einer Straßenkarte kämpft, unsere Hilfe anbieten, jemandem über eine belebte Straße helfen, oder dem Nachbarn helfen, seine Urlaubskoffer zum Auto zu tragen.

Glauben Sie nicht, dass das unwichtige Kleinigkeiten sind. Wir wissen nicht, wo sie sich auswirken werden. Aber dass sie irgendwo auf der Welt ungeahnte Auswirkungen haben werden, das wissen wir.
Wir sind nicht hilflose Opfer des Lebens. Wir sind die princes of the universe. Danke an Freddie Mercury für diese Feststellung.

Ihr
Manfred Winterheller


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